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(Hitze)Schlacht der Spielmannszüge

Heiße Rhythmen begeisterten tausende Uelzener in der Innenstadt

"Das ist ja eine Riesenstimmung hier." Das Ehepaar Hauke, eigens aus Hermannsburg im Landkreis Celle angereist, um in Uelzen die Schlacht der Spielmannszüge zu erleben, brachte es auf den Punkt: "Genauso haben wir uns das auch vorgestellt, alle ziehen kreuz und quer durch die Stadt und überall nur gute Laune – wir bewundern die Teilnehmer."

Länge: 32.29 Min.

Vielleicht ist auch ein klein wenig Neid dabei, denn in dieser Form ist das auch "Battle of the Brass Bands" genannte Event in Uelzen  deutschlandweit einmalig. Entwickelt wurde das Gesamtkonzept von dem bekannten Musiker und Komponisten Richard Wester, gleichzeitig Kopf von Käpt’n Kümos Marching Band , in Zusammenarbeit mit City-Manager Joachim Lotz. Am vergangenen Wochenende feierte die Veranstaltung ihr erstes kleines Jubiläum, denn bereits zum fünften Mal maßen sich die Teilnehmer im musikalischen Wettstreit. Am bewährten Konzept wurde festgehalten, dennoch gab die Hälfte der beteiligten acht Bands in Uelzen ihren Einstand. Darunter auch "Samba Reggae" aus Berlin, die passend zum erfolgreichen WM-Jahr brasilianische Klänge in die Heidestadt brachten. Auf die Frage von Moderator Peter Hellström, ob die Band nun sozusagen Berlins "Who is who" beider Stilrichtungen sei, antwortete Bandleader Manfred Spaniol ganz unbescheiden: "Das kann man wohl so sehen". Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad passte in diesem Fall zumindest schon einmal der äußere Rahmen. Das sah Otto Richter, Mitglied der Dudelsackspieler "First Guards of St. Kilian" aus Korbach und ebenfalls zum ersten Mal in Uelzen, naturgemäß ganz anders: "Unsere original schottischen Uniformen sind nicht für diese Hitze gemacht, aber da müssen wir nun einmal durch. Laufen, atmen, blasen und spielen - letztlich ist alles eine Frage der Körperbeherrschung". Band Director Ralf Schaumburg von der "Black Diamonds Marching Band" aus Soltau nahm es mit Humor und witzelte: "Vielleicht sollten wir uns nächstes Jahr in "White Diamonds" umbenennen, dann werden wir wenigstens unsere gerade neu entworfene schwarze Uniform wieder los."

Wenn es um Schlachten geht, darf ein gestandener Major nicht fehlen: Senior Drum Major Guinness Adria koordinierte die "Battles" auf der Rathauskreuzung und ist nicht nur eine imposante Erscheinung, sondern außerdem eine schillernde Figur. Der Bochumer, der das weltweit größte Indoor-Finale der Musikzüge (Tattoo) in St. Gallen leitete, beim Tattoo in Moskau von Präsident Putin persönlich empfangen wurde und zusammen mit Herbert Grönemeyer das Gymnasium besuchte, hatte das Geschehen jederzeit im Griff: "Nach sieben Tattoos hintereinander ist meine Stimme jetzt gut in Form. So etwas wie hier in Uelzen habe ich aber noch nie erlebt. Dieser Klangmix, wenn sich die Bands gegenseitig treffen, ist schon speziell, ein echtes Alleinstellungsmerkmal – das macht wirklich riesigen Spaß". Und auch Richard Wester, verantwortlich für die künstlerische und musikalische Gesamtleitung zeigte sich hochzufrieden: "Wirklich super. Die Schlacht der Spielmannszüge hat dieses Jahr noch mehr Farbe bekommen, ist noch besser geworden, hauptsächlich natürlich dank Guinness."

Und so braucht man wahrlich kein Prophet zu sein, um davon auszugehen, dass sowohl die regionalen als auch die überregionalen Bands auch 2015 in Uelzen wieder in die Schlacht ziehen werden.

Text und Bilder Oliver Huchthausen

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