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"Welt-Schlaganfalltag" - Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

Symptome erkennen und im Ernstfall richtig reagieren

Deutschlandweit erleiden rund 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall – dann zählt jede Minute.

Denn in den ersten Stunden nach einem Schlaganfall entscheidet sich, ob die Betroffenen bleibende Schäden davontragen. Je früher die Patienten medizinisch versorgt werden können, umso besser stehen die Chancen, dass sie den Schlaganfall ohne größere Beeinträchtigungen überstehen. Zum Welt-Schlaganfalltag am Montag, 29. Oktober 2018, erklärt Dr. Jens Schaumberg, Chefarzt der Neurologie am Helios Klinikum Uelzen, die typischen Symptome eines Schlaganfalls, wie man beim Verdacht auf einen Schlaganfall reagieren sollte und was jeder selbst tun kann, um sein persönliches Schlaganfallrisiko zu minimieren.

"Die Ursache eines Schlaganfalls ist entweder ein verstopftes Gefäß im Gehirn, ein sogenannter Hirninfarkt, oder in selteneren Fällen auch eine gerissene Hirnarterie, die eine Hirnblutung verursacht", sagt Dr. Jens Schaumberg. Sowohl der Hirninfarkt als auch die Hirnblutung führen dazu, dass die Nervenzellen im Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und innerhalb kürzester Zeit absterben.

"Ein Schlaganfall kündigt sich in vielen Fällen durch bestimmte Warnzeichen an. Die meisten Symptome sind für die Betroffenen nicht mit Schmerzen verbunden, was dazu führt, dass viele Patienten erstmal abwarten", sagt der Chefarzt. Das sei aber fatal: "Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Deshalb ist es wichtig, beim Verdacht auf einen möglichen Schlaganfall sofort die 112 anzurufen und die Vermutung unbedingt gegenüber den Mitarbeitern der Leitstelle zu äußern."

Bis der Rettungsdienst vor Ort ist, sollte man den Betroffenen nicht alleine lassen, ihn beruhigen und mit ihm sprechen. Auch wenn es gut gemeint ist: Dem Patienten auf gar keinen Fall etwas zu trinken oder zu essen geben. Infolge des Schlaganfalls kann das Schlucken beeinträchtigt sein, sodass der Betroffene im schlimmsten Fall ersticken könnte.

"Zu den wichtigsten Symptomen, an denen man einen Schlaganfall erkennen kann, zählen eine plötzliche einseitige Lähmung, die eine gesamte Körperhälfte oder nur einen Arm, ein Bein oder eine Hand betreffen kann. Auch ein einseitiges Taubheitsgefühl in Arm, Bein oder Gesicht, ein einseitig herabhängender Mundwinkel und eine gelähmte Gesichtshälfte können auf einen Schlaganfall hindeuten", sagt Dr. Jens Schaumberg.

Darüber hinaus gehören Sehstörungen wie verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen, Sprech- und Schluckstörungen, Störungen des Gleichgewichtes (unsicherer Gang und Schwindel) sowie plötzlich auftretende, extreme Kopfschmerzen, die zum Teil von Übelkeit begleitet werden, zu den Anzeichen eines Schlaganfalls.

Die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, steigt mit zunehmendem Lebensalter. Circa 80 Prozent aller Schlaganfall-Patienten sind 60 Jahre und älter.

Zu den häufigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für einen Schlaganfall zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Fettstoffwechselstörungen und Herzerkrankungen.

"Wer sich ausgewogen ernährt, ausreichend bewegt und aufs Rauchen verzichtet, kann also selbst dazu beitragen, das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, möglichst zu minimieren", so der der Chefarzt.

Im Helios Klinikum Uelzen werden Schlaganfall-Patienten in den ersten 72 Stunden auf der zertifizierten Schlaganfall-Spezialstation, der sogenannten Stroke Unit, versorgt. Neben der Behandlung mit Medikamenten kommen auch die Katheter-gestützte Entfernung des Blutgerinnsels und die operative Entlastung von bereits geschädigtem Hirngewebe oder die Entfernung von Hirnblutungen infrage.

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