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Welt-Parkinson-Tag

Lebensqualität verbessern, Eigenständigkeit erhalten

Das Team der Multimodalen Parkinsonkomplexbehandlung am Helios Klinikum Uelzen. Foto: Jochen Quast

Multimodale Parkinsonkomplexbehandlung im Helios Klinikum Uelzen

Ein Zittern der Hände, versteifte Muskeln und verlangsamte Bewegungen gelten als Hauptsymptome von Morbus Parkinson. Die Krankheit ist bis heute nicht heilbar, nach Angaben der Deutschen Parkinson Gesellschaft e. V. sind deutschlandweit 280.000 Menschen betroffen. Anlässlich des Welt-Parkinson-Tages am Donnerstag, 11. April 2019, erläutert Dr. Jens Schaumberg, Chefarzt der Neurologie am Helios Klinikum Uelzen, wie Parkinson entsteht und welche Therapieoptionen zur Verfügung stehen.

"Parkinson entsteht, weil im Gehirn aus bislang noch ungeklärter Ursache bestimmte Nervenzellen absterben, die das sogenannte Dopamin produzieren", sagt der Chefarzt.

Durch den entstehenden Dopamin-Mangel treten die typischen Parkinson-Symptome wie zum Beispiel ein Zittern vor allem der Hände, eine Steifigkeit der Muskulatur, aber auch Schmerzen insbesondere der Schultermuskulatur oder eine gestörte Geschicklichkeit, auf.

"Die Diagnose von Morbus Parkinson kann im frühen Stadium oft schwierig sein", sagt Dr. Jens Schaumberg.

Eine verkleinerte Handschrift, ein gestörtes Riechvermögen, starke Muskelverspannungen sowie Schwierigkeiten beim Zähneputzen, Zuknöpfen von Hemd oder Bluse, Arbeiten am Computer oder Gehen können erste Hinweise auf die Erkrankung liefern. "Wenn mindestens zwei dieser Anzeichen gemeinsam auftreten und über einen längeren Zeitraum anhalten, sollten sich Betroffene bei einem Neurologen vorstellen", rät Dr. Schaumberg.

Neben einem ausführlichen Anamnese-Gespräch sowie einer gründlichen körperlichen und neurologischen Untersuchung sind in manchen Fällen auch eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns notwendig, um die Erkrankung eindeutig zu diagnostizieren. "Ein relativ klarer Hinweis auf Morbus Parkinson liegt vor, wenn eine Therapie mit Levodopa erfolgreich anschlägt. Dieses Medikament ist eine chemische Vorstufe des Dopamins und beseitigt den im Gehirn entstandenen Mangel bei Parkinson-Patienten zumindest kurzzeitig", weiß der Chefarzt.

Parkinson ist eine der häufigsten langsam fortschreitenden chronischen Erkrankungen des Nervensystems und bis heute nicht heilbar.

Männer sind häufiger betroffen als Frauen, in der Regel sind Patienten bei der Diagnose zwischen 50 und 60 Jahre alt. Je früher die Parkinson-Erkrankung festgestellt und die Behandlung begonnen werden kann, desto besser kann ihr Voranschreiten verzögert werden. Durch eine gezielte Therapie lassen sich die Symptome meist gut eindämmen.

Um die Lebensqualität von Parkinson-Patienten zu verbessern und ihre Eigenständigkeit möglichst lange zu erhalten, hat die Abteilung für Neurologie im Helios Klinikum Uelzen die sogenannte Multimodale Parkinsonkomplexbehandlung etabliert. Im Rahmen eines mindestens 15-tägigen stationären Klinikaufenthaltes betreuen Ärzte, Pflegepersonal und Therapeuten den Patienten gemeinsam nach einem ganzheitlichen Behandlungskonzept. "Bei der Multimodalen Parkinsonkomplexbehandlung erstellen wir in Abstimmung mit dem Patienten individuelle Behandlungsziele, die wir im Team erörtern und regelmäßig an das Erkrankungsstadium anpassen", erläutert Dr. Jens Schaumberg.

Das Helios Klinikum Uelzen bietet aktuell maximal vier Behandlungsplätze an.

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